Ich wurde mit einer medianen Gesichtsspalte geboren. Meine erste Operation sollte vier Stunden dauern. Es gab Komplikationen, und am Ende dauerte sie zehn Stunden. Anschließend wurde ich für 14 Tage gezielt in ein künstliches Koma versetzt.
Bis zu meinem 20. Lebensjahr waren es über 30 Operationen. Drei Komas habe ich überlebt.
Angst und die Frage, wie mein Leben weitergehen würde, waren für mich Alltag.
Und dann war da die Schule.
Kinder sind schreiend vor mir weggerannt. Ich wurde gemobbt und fühlte mich wie ein Außerirdischer. Irgendwann schaust du nicht mehr nur auf die Reaktionen der anderen. Du beginnst, dich selbst durch ihre Augen zu sehen.
Mein Spiegelbild wurde zu etwas, dem ich am liebsten ausgewichen bin. Nicht, weil es mir die Wahrheit über meinen Wert gezeigt hätte, sondern weil ich damals glaubte, dass mein Gesicht über mich entscheidet.
Meine Mutter gab mir bedingungslose Liebe. Mein ältester Bruder vermittelte mir Disziplin und Selbstvertrauen. Fußball wurde mein Ventil. Diese Menschen und dieser Sport haben mir geholfen, nicht vollständig in den Stimmen anderer unterzugehen.
Ich habe gelernt, dass Resilienz nicht bedeutet, niemals Angst zu haben. Resilienz bedeutet, sich von der Angst nicht für immer bestimmen zu lassen.
Heute spreche ich offen über meine Narbe, meine Operationen und das Mobbing, weil ich weiß, wie einsam es sich anfühlen kann, wenn man glaubt, mit seinem Aussehen oder seiner Geschichte allein zu sein. Am Ende muss mich nur eine Person mögen: ich selbst.
Ich habe nicht gelernt, mein Spiegelbild zu lieben, weil plötzlich alle anderen anders auf mich geschaut haben. Ich habe gelernt, mich selbst nicht mehr nur durch die Augen anderer zu sehen.
„Meine Narbe ist ein Teil meiner Geschichte. Aber sie ist nicht meine ganze Geschichte.“
Und genau das möchte ich jungen Menschen mitgeben: Was andere in dir sehen, bestimmt nicht deinen Wert. Du bist mehr als das, was dich von anderen unterscheidet.
Mobbing, Selbstwert und Resilienz thematisieren
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