Seit mehr als dreieinhalb Jahren bin ich in den sozialen Medien aktiv. Manche Nachrichten waren freundlich, aber die meisten waren beleidigend und so verletzend, dass ich sie nicht vergessen konnte.

Eine Nachricht ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

„An deiner Stelle würde ich mir das Leben nehmen.“

Danach folgte eine Aufforderung, sich eine Schlinge zu kaufen. Dazu kamen Beleidigungen über mein Aussehen. Namen wie „Voldemort“ oder „TwoFace“ wurden benutzt, um mich zu verletzen. Der Absender blieb anonym – nur ein Account und ein paar Zeilen auf einem Bildschirm.

Genau darin liegt die Gefahr von Cybermobbing: Der Absender sieht nicht, was seine Worte auslösen. Für ihn ist die Nachricht schnell vergessen. Die betroffene Person nimmt sie mit in den Alltag, in die Schule und manchmal sogar mit ins Bett.

Ich kenne Menschen, die solche Belastungen nicht überlebt haben. Cybermobbing ist kein Spaß und nicht einfach „nur online“. Digitale Gewalt kann Angst, Einsamkeit und Verzweiflung auslösen – besonders bei Jugendlichen in Klassen-Chats und sozialen Netzwerken.

Viele schweigen aus Scham oder Angst. Deshalb muss Cybermobbing an Schulen offen angesprochen werden. Nachrichten können gesichert, gemeldet und blockiert werden. Niemand sollte damit allein bleiben.

Auch Zuschauer tragen Verantwortung: Wer widerspricht und Hilfe holt, kann den Unterschied machen. Doch viele haben Angst, selbst zur nächsten Zielscheibe zu werden, und machen deshalb einfach mit.

Cybermobbing zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören und füreinander einzustehen.

Wenn du betroffen bist: Sprich mit einer Vertrauensperson, einer Lehrkraft oder deinen Eltern.

Hilfe am Telefon: Die TelefonSeelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 116 123, 0800 1110111 oder 0800 1110222 erreichbar. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111 (montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr). Bei unmittelbarer Gefahr bitte sofort eine erwachsene Vertrauensperson oder eine Notaufnahme vor Ort einschalten – eine Hotline ersetzt keine akute Notfallhilfe.

Cybermobbing an Ihrer Schule thematisieren

Wenn Sie Cybermobbing an Ihrer Schule offen und persönlich ansprechen möchten, finden Sie hier meine Schulworkshops.

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